Unser Herz schlägt für Istanbul – Darum bleibt das goldene Herz der Türkei ein Überallarbeiter Highlight

Gerade weil uns im letzten Jahr erschütternde, traurige und bedrückende Bilder aus der Türkei und auch Istanbul erreicht haben, finden wir, dass ein Blick für das Schöne, die Geschichte, Kultur und die Gastfreundschaft der Türkei Not tut. Als Überallarbeiter wollen wir eben überall auf der Welt zu Hause sein und dies auch können und dürfen. Überallarbeiterin Rike berichtet deshalb für euch über ihre ganz persönlichen Erfahrungen in der heimlichen Hauptstadt der Türkei! (Die tatsächliche Hauptstadt ist natürlich Ankara…)

Istanbul. Goldenes Horn am Bosporus und Stadt auf zwei Kontinenten: Halb Europa, halb Asien und eine der zehn meistbesuchtesten Städte der Welt. Mit fast 15 Millionen Menschen ist Istanbul die bevölkerungsstärkste Stadt der Türkei und gleichzeitig deren Kultur- und Handelszentrum, Medien- und Finanzhochburg. Eine Weltmetropole, die schon lange vor jedem Trend Multikuliti, Diversity und Alternatives verkörpert. Hippe Ecken wechseln sich mit Vierteln ab, in denen die Schere zwischen Arm und Reich sich auch dem Besucher aufdrängt. Illegale Siedlungen in den Vororten, eine bewegte, über 2600 Jahre alte Stadtgeschichte von der Antike bis heute. Es ist laut, bunt und wuselig und zu all dem ruft der Muezzin. Das ist für mich Istanbul.
Ein Beitrag von Überallarbeiterin Rike
Rikes Fazit vorab: Der Besuch der Partnerstadt Berlins lohnt nicht nur für Touristen. Auch Überallarbeiter kommen hier voll auf ihre Kosten.
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Verkehr: So kommst Du nach und durch Istanbul

Istanbul ist als Weltmetropole sehr gut zu erreichen: Es gibt zwei Flughäfen – einen auf der europäischen und einen auf der asiatischen Seite der Stadt. Außerdem zwei Bahnhöfe und mehrere Busbahnhöfe, sowie den internationalen Hafen. Die Stadt liegt direkt am Autobahnnetz und ist ein bedeutender Knotenpunkt im nationalen und internationalen Personen- und Güterfernverkehr. Anders sieht es mit dem Verkehr innerhalb der Stadt aus: Lage und Begebenheiten haben in der Vergangenheit für Verzögerungen gesorgt. Jetzt wird das Straßen- und U-Bahn Netz aber nach und nach ausgebaut. Am praktischsten kommst Du mit Bus und Dolmuş voran. Das sind spezielle Sammeltaxen in Kleinbusformat, wie sie überall in der Region üblich sind. Die fahren eine bestimmte Strecke ab, halten aber überall an, wo Du gerade bist und die Hand in die Lift streckst. (wohin sie fahren, steht dann vorne drauf). Während man für Bus und U-Bahn die IstanbulKart benutzt, wird in den Dolmuş bar bezahlt.

Essen in Istanbul: Eine Reise für sich

Neben internationaler Küche (eher high price level) spiegelt das kulinarische Angebot Istanbuls verschiedene Essgewohnheiten der gesamten Türkei wider und beinhaltet auch regionale Spezialitäten. Neben viel Gemüse (auf den Märkten kaufen!) sind auch Fisch und Meeresfrüchte sehr beliebt. In Istanbul ist es sehr günstig auswärts zu essen. Streetfood, Imbisse und kleine Restaurants sind nicht so teuer wie bei uns. Trotzdem lohnt sich der Marktbesuch. Allein schon der Atmosphäre wegen!
Unbedingt das Istanbul-typische Lokum probieren! Ein süßes Konfekt in den unterscheidlichsten Geschmacksrichtungen aus Zucker oder Honig und Mehl besteht. Hinzu kommen je nach Sorte Pistazien, Mandeln, andere Nüsse, weitere (geheime) Zutaten und Gewürze.
Auch typisch Istanbul: Warme Getränke. Zum Beispiel Boza, ein leicht alkoholisches Getreidegetränk, das vor allem im Winter getrunken wird, Cay und Salep.
Streetfood? Unbedingt! Die Klassiker und günstigsten Hungerstiller sind wohl Sesamringe, Maronen und Kichererbsen mit Reis. Aber es gibt noch viel mehr im Angebot. Merkt euch die Namen von Dingen die ihr schon probiert habt. Vor allem, wenn ihr vegetarisch esst (Empfehlung: Cigköfte!), oder nicht allzu mutig im Probieren seid. (CAVE: Kokorec sind gebratene Schafseingeweide!).
Afiyet olsun! Guten Appetit!

Basar-Shopping: Wie aus 1001 Nacht

Überall in Istanbul gibt es Einkaufsmöglichkeiten. Kleine und große Kioske, spezialisierte Geschäfte, Ladenketten, kleine Märkte, große Basare, riesige Einkaufszentren. Hier findest du Designerläden, ebenso wie kleine Traditionsgeschäfte. Typisch ist, dass sich Läden mit ähnlichen Waren nebeneinander ansiedeln. Eigentlich praktisch: So kannst du direkt vor Ort Vergleiche anstellen. Wer nicht zu Platzangst neigt, kann den „Großen Basar“, Kapalı Çarşı, besuchen. Er ist überdacht und wochentags geöffnet, allerdings nicht mehr sehr „typisch“, denn es wird nicht mehr gehandelt, vieles ist maßlos überteuert und viel zu voll. Schöner ist der Gewürzmarkt. Aber Gewürze gibt es in ähnlicher Auswahl und tendenziell etwas günstiger auch auf den „normalen“ Märkten. Zu Empfehlen ist zum Beispiel der Besiktas-Markt.
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 Sehenswürdig! Das solltest Du nicht verpassen…

Istanbul ist geradezu voll von Palästen, Moscheen, Kirchen und Synagogen. Dazu kommen Museen und Ausstellungen, Badehäuser, Monumente, Plätze, und, und, und! Die historische Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Empfehlungen hierzu würden den Beitrag sprengen, deshalb nur meine Favoriten als Schlagworte:
Hagia Sophia (Ayasofya)
Stadtviertel Sultanahmet mit Blauer Moschee
Topkapı-Palast
Süleymaniye Moschee
Besonders beeindruckt haben mich auch die Prinzeninseln die südöstlich der Stadt liegen und nördlich der Istanbuler Altstadt Pera und Galata.

Mein Geheim-Tipp

Und als persönliche Empfehlung: Ein Besuch des Taksim und ein Spaziergang auf der Istiklal Caddesi, der Unabhängigkeitsstraße, geben einen tollen Einblick in die verschiedenen Facetten des europäischen Istanbuls (Galata-Turm und -Brücke inklusive) und im asiatischen Teil der Stadt lohnt sich das Schlendern und Schmausen in Kadiköy.
Touristeninformationen, Stadtplan etc. gibts an Flughäfen, Bahnhöfen und zum Beispiel am Sultan Ahmet Platz. Denkt unbedingt an angemessene Kleidung für den Besuch der Moscheen!
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Das geht auch: Ganz in Ruhe entspannen

Wer frische Luft und Natur braucht, um sich zu entspannen und zu erholen, der hat innerhalb der Stadt schlechte Karten: Fast alles ist verbaut. Und für Plätze die noch nicht bebaut sind, liegen bereits Bebauungspläne vor. Einzige Ausnahmen bilden der Yıldız-Park („Stern-Park“) und der Gülhane-Park („Rosenhaus-Park“). Noch liegt der Gezi-Park („Spazier-Park“) neben dem Taksim-Platz. Aber auch für ihn ist schon ein Bau in Planung. So ist es, zumindest in der Innenstadt recht schwierig Natur und Ruhe zu finden. Schön ist es aber überall am Wasser. Man kann sich an die Promenade oder auf die Brücken setzen und die unzähligen Schiffe, Boote und Angler beobachten, oder DU gännst Dir die „volle Dröhnung“ türkischer Entspannung in einem Hamam.

Überallarbeiten am Bosporus

Internet ist in Istanbul bereits Teil des Alltags. Es ist kein Problem gemütliche Plätze mit stabiler Verbindung zu finden. Die Flughäfen und auch einige Busse, Züge und Fähren haben einen Zugang. Unzählige kleine und größere Cafés (und auch die üblichen Caféketten) stellen ebenfalls kostenloses WLAN zur Verfügung. Es gibt auch immer noch die früher so üblichen „Telefon- und Internetcafés“. Viele davon haben aber eine eher spröde Atmosphäre (und türkische Tastaturen, was die Arbeit merklich erschwert!). Natürlich gibts auch in den meisten Unterkünften und Hotels kostenloses WLAN, da musst du dich einfach vorher informieren. Eigentlich selbstverständlich, aber dennoch: Wenn du einen öffentlich zugänglichen Computer (zum Beispiel im Hostel) nutzt, denk daran, dass andere ihn auch nutzen und sei vorsichtig mit deinen Daten und Passwörtern und logge dich immer korrekt aus!
Wenn es sich für dich lohnt, kannst du dir natürlich auch einen eigenen türkischen Mobile Wifi Hotspot mieten. Die großen Anbieter bezüglich Internet in der Türkei sind Superonline, TTNET, E-Kolay und Kaynet und die Abwicklung findet in den örtlichen Postzentralen statt.

Mein Überallarbeiter-Fazit:

In Istanbul und Umgebung gibt es unglaublich viel zu entdecken. Ob man nun kulturell, geschichtlich, religiös interessiert ist, die Tage in hippen Cafés und die Nächte in trendigen Bars und Clubs verbringen will, oder sich einfach Treiben lässt – es gibt viele günstige Hostels und die Lebenshaltungskosten sind etwas geringer als in Deutschland. Da man WiFi quasi an jeder Ecke findet, ist die Stadt wie gemacht für Überallarbeiter und Digitale Nomaden, die ihre Zeit gern in belebten Städten verbringen!
Hast du Erfahrungen mit Überallarbeit in Istanbul? Hast du weitere Tipps für Webworker in Istanbul? Rein damit in die Kommentare!

Mehr über und von Rike lest ihr hier bei Überallarbeiter.de und auf Rikes eigenem Blog Schwedenunso…


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