Ziegen, Surfen, Spreewaldgurken – Ein Road Trip auf Vancouver Island #Überallarbeiter

Abgesehen von der aDSC00470temberaubenden Inselwelt der kanadischen Westküste gibt es in unmittelbarer Reichweite der Millionenstädte Seattle und Vancouver auch jenseits des Wassers unzählige Naturwunder und Kuriositäten zu entdecken. Verschlägt es Dich also im Auftrag Deiner Firma oder als Konferenzteilnehmer in eine der Metropolen, solltest Du Dir in jedem Fall einige Tage reservieren, um einen Eindruck von Land und Leuten zu bekommen. Dem Chef zu Hause kannst Du dabei versichern, jederzeit erreichbar und natürlich überall in Arbeitsbereitschaft zu sein. Nach dem vorangegangenen Beitrag zur Arbeit zu Wasser auf der Fähre zwischen Vancouver und Victoria folgt deshalb nun – auch der Vollständigkeit halber – einer zur Überallarbeit zu Lande: Ein Road Trip quer über Vancouver Island.

Cappuccino mit Ziege

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Riesenbäume im Cathedral Grove

Von Victoria aus dauert die Fahrt zum Pacific Rim National Park gut fünf Stunden, wobei die letzten beiden davon von Erstbesuchern auf jeden Fall im Hellen gefahren werden sollten: Erst seit einigen Jahren ist die schmale, steile Passstraße überhaupt geteert, an vielen Stellen, auch gerne in Kurven, einspurig und selbstverständlich auch nicht beleuchtet. Ohne irgendeine Art von Besiedelung bleibt man insbesondere in der Off-Season von November bis März nach der Abenddämmerung oft das einzige Fahrzeug auf der Strecke. Im Idealfall startest Du Deine erste Tour zu den sagenhaften Stränden und dem einzigen Surfgebiet Kanadas zwischen April und Oktober – schließlich schmeckt das Eis auf der perfekten Zwischenstation in Coombs im Sonnenschein am Besten. In etwa auf halber Strecke liegt dort der Country Market mit Delikatessen aus der ganzen Welt, schon seit Jahrzehnten ein beliebtes Ausflugsziel bei Familien, aber heute auch zunehmend bei Hipstern, Ökos und allem was dazwischen liegt. Italienische Mortadella, Schweizer Käse, griechische Oliven – und von Niederegger Marzipan bis Spreewaldgurken ein buntes Potpourri deutscher Gaumenfreuden. Praktischerweise gibt es im markteigenen Café nicht nur frisches Gebäck sondern auch zuverlässiges W-LAN. Zum Cappuccino noch schnell E-Mails gecheckt und dann wieder „on the road“. Aber Vorsicht beim Verlassen des Gebäudes! Auf den Dach des Country-Markts befindet sich die Hauptattraktion von Coombs: Goats on the Roof! An den leckeren, grünen Halmen auf dem bepflanzten Dach knabbern tagsüber die Ziegen und begrüßen, je nach Laune, die Gäste in Kopfhöhe mit einem freundlichen Meckern oder ihrem Hinterteil!

Mehr Bäume, weniger Bildschirm

Die „West Coast“ Kanadas und insbesondere die Vancouver Islands zeichnet sich aus durch ihr mildes Klima, viel Wasser in nahezu allen Aggregatszuständen und ihren einzigartigen Regenwald. Gigantische Farne und tropfendes Moos bestimmen das Bild der Wälder. Ursprünglich ein Ort voll von riesenhaften Zedern und Hemlocktannen sind diese urzeitlich anmutenden Giganten heute aber leider nur noch an wenigen Orten zu finden. Einer davon ist der Cathedral Grove direkt an der Landstraße Deiner Strecke. Hier gibt es tatsächlich einmal keine Internetverbindung. Doch wer hat bei Bäumen, die hunderte von Metern in den Himmel ragen noch Augen für den Bildschirm? Und schließlich ist der letzte Zipfel der Zivilisation ja auch bald wieder in Sicht. Nach atemberaubender Fahrt entlang des Kennedy Lake, steiler Abhänge und durch tiefe Schluchten erreichst Du tatsächlich das Ende der westlichen Welt. Wer hier herkommt möchte auch wirklich nur hier hin: Nur eine Straße führt zu den endlosen Stränden des Pacific Rim National Park.

Surf’s up! Auf „Tofino Time“ umstellen

Wasserflugzeug Tofino Harbour

Wasserflugzeug Tofino Harbour

Vor über 4000 Jahren bereits von den kanadischen „First Nations“, vor allem Fischer und Jäger, besiedelt, sind die beiden kleinen Örtchen Tofino und Uculuet heute Sommerdestination für Kanadier, aber vor allem Rückzugsort für Künstler, Aussteiger und Surfer – die Meisten „Locals“ sind natürlich alles drei zugleich. Bevor Du Dich aber mit Board und Neoprenanzug am „Wick“ (Wickeninnish) oder Long Beach in de Fluten stürzen kannst, muss ja noch die Arbeit getan werden. Das geht am besten bei einem All-Day-Breakfast im „Blue Room“, ein Diner mit Blick auf den „Inner Harbour“ Ucululets, schließlich ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages! Im Restaurant aber auch auf der Sonnenterasse funktioniert das WiFi hier einwandfrei. Hektisch Telefonieren ist hier allerdings fehl am Platz, schließlich sind hier alle auf „Tofino Time“, ein Fachausdruck der Locals für die unbeschreibliche Tiefenentspannung ihrer selbst und nach kürzester Zeit auch aller ihrer Besucher. DSC00485„Bacon ‘n‘ Eggs“ zur Büroarbeit liefern Dir  die nötige Energie für ein paar Stunden in der auch im Sommer recht kühlen Gischt des Pazifiks. Eine kurze Autofahrt zum Strand, lässig die „Pros“ auf dem Parkplatz gegrüßt macht Du den „Wetsuit-Dance“ und quetscht und hüpfst Dich in Deinen Neoprenanzug. Mit dem Board unter dem Arm schlenderst Du zum Wasser und checkst die Wellen. Nach Deinem ersten richtigen Ride bist Du dann ganz im „Flow“ der West Coast und allmählich ist auch Deine Uhr auf „Tofino Time“ umgestellt. E-mails? – Welche E-mails?

1 Kommentar

  1. hab alles ausgedruckt.ist genial,da mir auch sovieles bekannt vorkommt…hoffe auf me(h)er und will meinen teil dazutun.jetzt muessen wir reisen… viva mexico usw. bis bald

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